Firmung

Der Geist der Stärke: Die Firmung

Wie wir bei der Taufe schon gesehen haben, gehört zum Handeln Gottes an uns auch unser Handeln, unsere Offenheit diesem göttlichen Handeln gegenüber dazu. Wirksam kann die empfangene Gnade nur mit unserer aktiven Zustimmung werden. Gesetzt den Fall, wir öffnen uns Gott, der uns in dem Sakrament nahe kommt, welche Wirkungen entfaltet die Firmung in uns? Zunächst stärkt die Firmung, wie der Name schon sagt (firmus = lat. stark), unsere Beziehung zu Gott. Sodann lässt sie uns intensiver teilhaben an der Sendung Jesu Christi und der Kirche. Sie bestellt uns zu öffentlichen Zeugen des Glaubens und sendet uns zur verantwortlichen Mitarbeit in der Kirche. In der Firmung wirkt der gleiche Heilige Geist, der auch an Pfingsten (Apg 2,1-13) aus einer Schar verängstigter Jünger eine begeisterte und begeisternde Gruppe von Aposteln machte, die den Glauben an Jesus Christus in die ganze Welt trugen und sogar mit dem Einsatz ihres Lebens bezeugten. Sie waren wirklich „Salz der Erde“ und „Licht die Welt“ (vgl. Mt 5,13f.), die nicht den Menschen nach dem Mund redeten, sondern das Evangelium als Not wendendes und lebensspendendes Kontrastprogramm verkündeten.

 

Die Firmung gehört mit der Taufe und der Eucharistie zu den Initiationssakramenten, das heißt zu den Sakramenten, mit denen Menschen in die volle Gemeinschaft der Kirche aufgenommen werden. Wenn Erwachsene zum Glauben kommen und in die Kirche aufgenommen werden möchten, werden Taufe, Firmung und Eucharistie in dieser Reihenfolge in einer einzigen Feier gespendet. Das entspricht der frühchristlichen Tradition. Nach einem nicht selten bis zu drei Jahren währenden Katechumenat, in dem der Bewerber in den Glauben und die Lebensweise der Kirche hineinwachsen sollte, wurde in der Osternacht, später auch in der Pfingstvigil die Aufnahme vollzogen. Mit einer eigenständigen Salbung, einer Handauflegung und einem Segensgebet wurde die Taufe besiegelt, und die Gemeinschaft mit dem Geist und die Verleihung der Geistesgaben bezeichnet.

Sakrament der Entscheidung für den Glauben

Im Laufe der Zeit, nicht zuletzt auch unter dem Eindruck der Erbsündenlehre, wurde die Taufe nach vorne gezogen und schon Säuglinge getauft. Aus dem Katechumenat vor der Taufe wurde ein Weg der Eingliederung in die Kirche. Die Reihenfolge der Initiationssakramente veränderte sich und die Firmung stellte nun das letzte Sakrament dar, das die Initiation abschließt. Es wird zum Sakrament der „Geistlichen Volljährigkeit“.

Haben bei der Taufe die Eltern und Paten ihren Glauben stellvertretend für das Kind bekannt, so geht nun der Firmung eine eigenständige Entscheidung voraus, die das Bekenntnis des eigenen Glaubens mit einschließt. Auch wenn die Entscheidung und das Bekenntnis des Glaubens sicher wichtig sind, so muss man sich aber hier vor einer einseitigen Betrachtung der Sakramente als bloßer Bestätigung einer menschlichen Entscheidung hüten. Sakramente sind zunächst immer Heilszeichen und Zeichen der Nähe Gottes. Gott handelt hier an uns.

 

Wenn das Salz dumm wird

Unter dieser Überschrift hat Hans Urs von Balthasar in einer Glosse die manchmal zu angepasste Haltung mancher Mitchristen und vielleicht auch der Kirche hierzulande insgesamt aufs Korn genommen (Cordula oder der Ernstfall, Einsiedeln 1967, 110-112). Er konstruiert ein fiktives Gespräch eines Christen mit einem atheistischen, kommunistischen Kommissar.
Der wohlgesinnte Kommissar: „Genosse Christ, kannst du mir einmal klaren Wein einschenken darüber, was mit euch Christen los ist? Was wollt ihr eigentlich noch in unserer Welt? Worin seht ihr eure Daseinsberechtigung? Was ist euer Auftrag?“
Der Christ: „Zunächst einmal sind wir Menschen wie andere auch, die am Aufbauwerk der Zukunft mitarbeiten.“
Der Kommissar: „Das erste glaube ich dir, und das zweite will ich hoffen.“
Der Christ: „Wir sind nämlich seit neuestem ‚weltoffen‘, einzelne von uns haben sich sogar ernsthaft ‚zur Welt bekehrt‘.
Der Kommissar: „Das scheint mir ein verdächtiges Pfaffengerede. Wäre ja noch schöner, wenn ihr, „Menschen wie andere auch“, euch erst noch zu einem menschenwürdigen Dasein zu bekehren hättet. Also zur Sache. Warum seid ihr noch Christen?“
Der Christ: „Wir sind heute mündige Christen, wir denken und handeln in eigener sittlicher Verantwortung.“
Der Kommissar: „Will ich ebenfalls hoffen, wenn ihr euch schon als Menschen ausgebt. Aber ihr glaubt doch irgendwas Besonderes?“
Der Christ: „Das ist nicht so wichtig, auf das epochale Wort kommt es an, der Ton liegt heute auf der Nächstenliebe. Wer den Nächsten liebt, der liebt Gott.“
Der Kommissar: „Falls er existieren würde. Aber da er nicht existiert, liebt ihr ihn eben nicht.“
Der Christ: „Wir lieben ihn einschlussweise, ungegenständlich.“
Der Kommissar: „Aha, euer Glaube hat also keinen Gegenstand. Wir kommen weiter. Die Sache klärt sich.“
Der Christ: „Ganz so einfach ist sie allerdings nicht. Wir glauben an Christus.“
Der Kommissar: „Auch schon gehört von dem. Aber scheint’s weiß man historisch verflixt wenig von ihm.“
Der Christ: „Zugegeben. Praktisch nichts. Darum glauben wir weniger an den historischen Jesus als an den Christus des Kerygmas.“
Der Kommissar: „Was ist das für ein Wort? Chinesisch?“
Der Christ: „Griechisch. Es heißt die Verkündigung der Botschaft. Wir fühlen uns vom Sprachereignis der Glaubensbotschaft betroffen.“
Der Kommissar: „Und was steht denn in dieser Botschaft?“
Der Christ: „Es kommt drauf an, wie man von ihr betroffen wird. Sie kann einem die Vergebung der Sünden zusprechen. Das war jedenfalls die Erfahrung der Urgemeinde. Sie muss dazu angeregt worden sein durch die Ereignisse um den historischen Jesus, von dem wir freilich nicht genug wissen, um sicher zu sein, dass er…“
Der Kommissar: „Und das nennt ihr Konversion zur Welt. Ihr seid ja die gleichen Dunkelmänner wie eh und je. Und mit solch diffusem Geschwätz wollt ihr am Aufbau der Welt mitarbeiten!“
Der Christ (spielt seinen letzten Trumpf): „Wir haben Teilhard de Chardin! Er hat in Polen eine große Wirkung!“
Der Kommissar: „Haben wir selber schon. Brauchen wir nicht erst von euch zu erwerben. Aber schön, dass ihr endlich auch soweit seid; tut bloß noch den mystischen Krimskrams hinaus, der hat mit Wissenschaft nichts zu tun, dann können wir uns miteinander über die Evolution unterhalten. Auf die andern Geschichten lasse ich mich nicht ein. Wenn ihr davon selber so wenig wisst, seid ihr nicht
weiter gefährlich. Uns spart ihr damit eine Kugel. Wir haben in Sibirien sehr nützliche Lager, dort könnt ihr eure Menschenliebe beweisen und tüchtig an der Evolution mitarbeiten. Es wird mehr dabei herauskommen als auf euren deutschen Kathedern.“
Der Christ (etwas enttäuscht): „Sie unterschätzen die eschatologische Dynamik des Christentums. Wir bereiten das kommende Reich Gottes. Wir sind die wahre Weltrevolution. Egalité, liberté, fraternité: das ist ursprünglich unsere Sache.“
Der Kommissar: „Schade, dass andere die Schlacht für euch schlagen mussten. Nachträglich ist es nicht schwer, dabei zu sein. Euer Christentum ist keinen Schuss Pulver wert.“
Der Christ: „Sie sind bei uns dabei! Ich weiß, wer Sie sind. Sie meinen es ehrlich, sie sind ein anonymer Christ.“
Der Kommissar: „Nicht frech werden, Junge. Auch ich weiß jetzt genug. Ihr habt euch selber liquidiert und erspart uns damit die Verfolgung. Abtreten.”


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